Das Klavier

Klavier Keyvisual

Das Klavier wurde von dem Italiener Bartolomeo Cristofori erfunden und gehört zur Gruppe der Tasteninstrumente und wird auch Piano genannt. Meistens besteht es aus 88 Tasten, von denen 52 weiß und 36 schwarz sind und die Klaviatur genannt werden. Die weißen Tasten bilden die C-Dur-Tonleiter, die schwarzen Tasten stehen für die Halbtonschritte.

Der Klassiker der Tasten

Aufbau und Mechanik

Die schwarzen und weißen Tasten sind im Innenraum des Klaviers mit Hämmerchen verbunden, hinter denen die Saiten gespannt sind. Drückt man eine Taste, schlagen diese Hämmerchen gegen die Saiten, sodass diese durch ihre Schwingung einen Ton erzeugen. Die Lautstärke und Dauer des Klangs variiert je nach Stärke und Dauer des Tastendrückens. Die Bauart des Klaviers bezweckt, dass mehrere Saiten gleichzeitig angeschlagen werden, sodass ein voller Ton erklingt.

Die richtige Stimmung

Ein Klavierstimmer muss regelmäßig das Klavier stimmen. Transport und Raumklima sind weitere Einflussfaktoren für die Stimmung des Klaviers. Bei absinkender Luftfeuchtigkeit verlieren auch die Holzbauteile Feuchtigkeit und ziehen sich zusammen. So können sich Stimmwirbel und Schrauben lockern und die Balken der Klaviaturrahmen und Mechanik verziehen.

Klavier und Flügel – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Die Bauform des Klaviers und des Flügels unterscheiden sich. Weil der Flügel größer ist, klingt er kräftiger. Dennoch haben Flügel und Klavier viele Gemeinsamkeiten. Der Korpus hat eine Balkenkonstruktion, Verstrebungen und Rasten aus Holz. Auch der darauf geleimte Resonanzboden besteht aus Holz, ebenso wie der Stimmstock. Die auf den Stimmstock geschraubte gusseiserne Platte besteht aus Metall und hat eingeschraubte Wirbel, an denen die Saitenenden aufgewickelt sind. Diese Saiten bestehen aus Gussstahldraht. Tasten, Federn, Zungen, Stößel, Dämpfer und Hämmer definieren das Spielwerk und sind beim Klavier und beim Flügel ebenfalls identisch. Lediglich die Lage unterscheidet sich. Beim Flügel sind die Saiten horizontal angelegt, beim Klavier vertikal.

Die Pedale

Unachorda-, Sostenuto- und Forte-Pedal sind die Namen der Fußpedale, die den Klang beeinflussen. Das rechte Forte-Pedal wird auch Dämpfer- oder Haltepedal genannt und hebt alle Dämpfer von den Saiten ab, sodass die Saiten noch lange nach dem Anschlag klingen. Tritt man das linke Pedal, werden die Saiten ein paar Millimeter nach links verschoben, sodass nicht mehr alle Saiten mit den Hämmerchen angeschlagen werden. Existiert ein mittleres Pedal – das Moderatorpedal – werden die gerade gehobenen Dämpfer daran gehindert, wieder zurückzufallen. Einzelne Töne können so festgehalten werden, während durch das Weiterspiel neue Klänge erzeugt werden.

Komponisten

Lodovico Giustini aus Pistoia war der erste Komponist, der Musik für das Hammerklavier schrieb. Dieses wurde von Bartolomeo Cristofori erfunden. Im Jahr 1732 wurden seine zwölf Sonaten 'Sonate Da Cimbalo di piano e forte detto volgarmente di martelletti' gedruckt. Weitere Komponisten wie die Bach-Söhne, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Frédéric Chopin, aber auch Franz Liszt und Ferruccio Busoni reihten sich chronologisch in die folgenden Epochen ein. Mit der Entwicklung der US-amerikanischen Musik kamen Blues-, Ragtime-, Boogie-Woogie und Jazz-Komponisten wie Scott Joplin und George Gershwin hinzu.

Das Digital- und E-Piano

Seit der Entwicklung elektronischer Instrumente sind das Digital-, E-Piano und das Keyboard sehr beliebt. Vorteilhaft ist die manuell verstellbare Lautstärke. Auch die freie Transponierung der Töne ist ein Vorteil. Klangeffekte können variiert werden.

Quellen:

Bildquelle: Board of Music / Carolin Sprick