Alles über Saxophonunterricht

Interview mit Saxophonlehrerin Annika Ernst

Wir haben eine Instrumentalpädagogin und Saxophonistin befragt, was das Besondere und Schöne am Saxophon und am Saxophonunterricht ist, wie man Saxophonistin werden kann, wie man das Saxophonspielen am besten erlernen kann und ob es für Kinder geeignet ist.

Interview Annika Ernst, Instrumentalpädagogin und Saxophonistin

Annika Ernst studierte Kunst und Musikpädagogik an der Universität Bielefeld in Kombination mit Erziehungswissenschaften, bevor sie ihren Fokus an der Musikhochschule Detmold Instrumentalpädagogik mit dem Hauptfach Saxophon auf dieses Instrument legte. Am ArtEZ Conservatorium in Enschede baute sie mit dem Studium des Jazz-Saxophons ihre Fähigkeiten aus.

"Ich hatte den Wunsch, meine Fähigkeiten mittels einer Ausbildung an einer Musikhochschule zu verbessern, mein Instrument zu studieren und mich in dem Spiel professionell auszubilden“, so die junge Studentin und Lehrerin. „Die erste Unterrichtsanfrage kam ein Jahr nach Beginn meines Musikhoschulstudiums. Ich nahm das Angebot an, um meine Ausbildung weiterhin selbstständig finanzieren zu können und um Berufserfahrung zu sammeln."

Das Schöne am Saxophon und Saxophonunterricht

Sie schwärmt von der Klangfarbe, der Vielseitigkeit und dem Freiraum in der Artikulation, der viele Spieleffekte zulässt. "Es ist der Singstimme sehr ähnlich und wirkt dadurch sehr gesanglich."

Das Schöne am Unterricht: "Wenn SchülerInnen vorbereitet zum Unterricht kommen und ich auf dieser Grundlage ein Thema auf angemessenem, hohem Niveau professionell vertiefen kann. So kann ich allerdings nur mit ca. 25 % meiner SchülerInnen arbeiten, da sich die Vorbereitung bei dem Rest in Grenzen hält."

Und das Schöne am beruflichen Spielen? "Sich künstlerisch präsentieren zu können."

Vielseitigkeit des Saxophons

Ob Solo, in einer Band oder in einem Ensemble – die Spielmöglichkeiten sind unbegrenzt. Big Bands, Neue Musik, Kammermusik, Quartette, Bläserphilharmonie, Schützenmusikzug – vieles hat Annika Ernst schon ausprobiert.

Auch beinahe alle Musik-Genres können gespielt werden: Klassik, Pop, Jazz, Funk, Rock, Rock 'n' Roll, Reggae und Ska.

Das Saxophon gehört aufgrund seines jungen Alters nicht zur klassischen Besetzung eines Sinfonieorchesters. Dennoch gibt es viele Kompositionen, die nach 1840, dem Jahr der Erfindung des Saxophons durch Adolphe Sax, entstanden sind.

Saxophon für Kinder

Eine Besonderheit ist beim Erlernen des Instruments zu beachten: "Nach Möglichkeit sollte das Erlernen des Instruments nach dem Zahnwechsel geschehen, damit die Kontrolle des Mundstückes durch den Ansatz nachhaltig gewährleistet werden kann. Der Zahnwechsel kann aber auch durch Theorieunterricht überbrückt werden, falls das praktische Spielen während des Zahnwechsels erschwert wird." Außerdem ist eine bestimmte Körpergröße eine Voraussetzung, um das Instrument tragen und um alle Klappen erreichen zu können. Es gibt auch angepasste Kinderinstrumente, die diesen Bedingungen ausweichen. Doch laut Annika Ernst ist der Tonumfang der Instrumente begrenzter als beim Standard-Modell.

Das Lehrangebot ist sehr vielfältig, da das Instrument in allen Musikstilen Anwendung findet. Es ist zwar ein sehr junges Instrument, daher gibt es vergleichsweise wenig Literatur, trotzdem ist es in den unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen einsetzbar und das spiegelt sich auch in dem umfassenden Lehrangebot wider.

Unterricht online oder offline

Persönlichen Musikunterricht zieht auch sie dem Online-Musikunterricht vor.  Der persönliche und direkte Kontakt mit den SchülerInnen lässt einen professionelleren Unterricht zu. Parameter wie Haltung, Klang, Atmung und viele mehr können in der direkten Interaktion ausreichender kontrolliert werden.

Schüler motivieren und Lernziele setzen

Wenn Schüler mal unmotiviert sind, greift Annika Ernst auf ihren kleinen Katalog an Tipps zurück: Formulierung eines wünschenswerten Zieles, passende Zielsetzung und Zeitmanagement, zum Beispiel den täglichen Erfolg und Beginn- und Endphasen des Übens definieren, Ensemblespiel und musikalische Zusammenarbeit mit anderen, einen Konzertbesuch, bei dem das eigene Instrument zu hören ist und eigene Auftritte. Mehr zu diesem Thema kann in meiner Bachelorarbeit Das Üben des Kindes – Wissenschaftlischer Diskurs über das kindliche Üben und musikalische Lernprozesse nachgelesen werden.

„Ich formuliere zusammen mit meinen Schülern die eigenen Lernziele. Falls wir dabei unterschiedlicher Meinungen sind, ist zu überlegen, ob ein Lehrerwechsel sinnvoll ist. Oder gar mit dem Unterricht aufzuhören, da ich meine Ansprüche im Unterricht nicht zu weit runterfahren möchte.“

Instrumentalpädagogin Annika Ernst mit ihrem Saxophon

Bildquellen: Annika Ernst


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