Cajón - Die Kistentrommel aus Peru

Die Cajón steht für den spanischen Begriff 'Schublade' und ist eine Kistentrommel. Sie stammt aus Peru und wird mit Besen, Händen und auch einer Fußmaschine gespielt.

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Die Kistentrommel

Charakteristische Merkmale des Cajóns

Die Schlagflächen des Cajónes bestehen aus Holzplatten und nicht wie üblicherweise bei Schlaginstrumenten aus einer Fell- und Folienbespannung. Der Korpus ist aus Holz gebaut, doch auch andere Materialien werden für den Bau verwendet. So kommen beispielsweise in der peruanischen Bauweise durch die speziell gespielten Rumbaformen auch Bauteile mit Metall. Im Rumba ist die Schlagplatte nicht fest mit dem Korpus verbunden und erzeugt einen Snare-ähnlichen, klappernden Klang. Umwickelte Stahlsaiten, Snare-Teppiche, Metallzungen-Fädchen und spiralige Drähte sind weitere, besondere Bauparameter. Diese sind bei manchen Cajóns ähnlich wie bei der Schlagzeug-Snare ein- und ausschaltbar.

Spielweise und Tonerzeugung

Wurde in der Vergangenheit das Cajón von einem Schemel aus bespielt, sitzt der Spieler heute gängigerweise auf dem Instrument. Kreolisch Cajóns werden in zwei Spielflächen geteilt, wenn der Spieler seine Beine in der Mitte der vorderen Holzwand und daneben platziert. Der höhere Snare-Ton entsteht am oberen Kistenrand, der Basston unten am Deckel. Je größer die Cajón ist, desto basslastiger klingt der Ton. Weiche Schlägel von Fußmaschinen ermöglichen es, Cajónes auch als Bassdrum einzusetzen. Ihr trockener Klang dient insbesondere zur Begleitung von anderen Akustikinstrumenten und ist daher auch bei Straßenmusikern sehr beliebt. Mit einem Becken und einem weiteren Hand-Percussioninstrument ist dadurch schnell ein kleines, Schlagzeug-ähnliches und leicht transportables Set zusammengestellt.

Herstellung und Tradition

Wurden Cajónes ursprünglich aus Transportkisten für Fische und Orangen hergestellt, sind sie heute aus Birkenholz gebaut. Der historische Ursprung ist aus dem Zeitalter der Sklaverei entnommen. Afrikanische Sklaven ersetzen ihre traditionellen Trommeln durch diese Transportkisten, weil ihre eigenen entwendet wurden. In der Tradition der afrikanischen Kultur ist das Trommeln als Funktion für Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit sehr wichtig. In Flamenco-Formationen findet sich die Cajón seit den 1970er Jahren als fester Bestandteil wider. Heute ist die Cajón in vielen Ensembles und Formationen wiederzufinden. Rock, Pop, Folk und Afroamerikanische Musik sind beliebte Genres, in denen das Instrument gespielt wird. Eine ähnliche Kistentrommel ist das Cajonito, was aus der spanischen Übersetzung so viel wie 'kleines Cajon' bedeutet. Die Größe entspricht einem Viertel des Standard-Cajóns und ist daher preiswerter, heller und trockener im Klang. Die Cajita und das Cajinto sind zweitere, kleine Kistentrommeln. Auch die afroamerikanische Batá-Trommel ist ein Vorbild für die Batá-Cajón. Es besitzt Holzschlagflächen statt Trommelfellen.

Bauanleitung für Cajones

Eine Bauanleitung Schnellbausätze gibt es in unterschiedlichen Versionen wie dem CBA1S mit 45 cm Bauhöhe und einer Snare-Einheit, aber auch einer Ausführung CBA2S mit 50 cm Bauhöhe und zwei Snare-Einheiten. Nut-/Feder-Verbindungen sind vorgefertigt und Expressleim, Schleifpapier und Spanngurte werden dem Bausatz beigeführt. Schrauben, die Snare-Einheiten, Füße und eine Schablone finden sich ebenso im dem Schnellbausatz wieder.

Länger als zwei Stunden benötigt man für das Bauen seines Instrumentes nicht. Zentimetermaß, Kreuzschlitz-Schraubendreher, Hammer, Bleistift und Spülschwamm als Schleifklotz-Alternative sollten jedoch im Haushalt vorhanden ein. Im ersten Schritt werden Seitenelemente, Bodenplatte und Sitzfläche zusammengesteckt, verleimt und mit Spanngurten fixiert. Die rechtwinklige Ausrichtung kann mit Hilfe der Pappschablone ausgemessen werden. Der Korpus wird verleimt.

Während der Leim trocknet, kann man die Snare-Leiste und die Bodenleiste vorbereiten und mit Nägeln fixieren, sodass die Snareteppiche und Schraubenlöcher vorbereitet werden können. Ist der Leim nach 20 Minuten getrocknet, können die Snare- und Boden-Leisten eingesetzt werden. Dabei müssen die Spiralen zur Schlagfläche ausgerichtet ein, weil sie später gegen die Schlagfläche drücken. Diese wird aufgeleimt und ebenfalls mithilfe der von Spanngurten und Druckplatte fixiert.

Wenn man den Leim wieder trocknen lässt, kann man die Kanten des Schalllochs runden. Dieses Loch ist bereits zugeschnitten. Im Anschluss wird die Rückwand verleimt. Trocknet der Leim, kann man die Füße anschrauben. Kanten abschleifen und abrunden schließen den Bauvorgang ab. Zur Pflege der Holzoberflächen eigenen sich Holzöle und Lasuren. Ist der Basssound zu raschelig, können Klebebandstreifen individuell den gewünschten Sound erzeugen.


Bildquelle: Marko Dukic on Unsplash

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