Das Horn

Das Horn gehört zur Klassifikation der Aerophone und ist ein Blechblasinstrument. Es wird auch teratur oder corno genannt.

Das warm klingende Blechblasinstrument

Historische Entwicklung

Im Zeitalter des Barock und der Klassik spielte man Naturhörner ohne Ventile. Ihr Tonvorrat war begrenzt und ihre Stimmungen durch verschiedene Bogenlängen variierbar. Mehrere Tonarten des Stücks konnten für ein Horn in C und in Es für c-Moll notiert werden. Bei Kompositionen von Brahms und Strauss konnten in der Epoche der Romantik Hornstimmen transponierend notiert werden, denn das Naturhorn wurde in diesem Zeitalter als ideal betrachtet. So wurden Versetzungszeichen für Hornisten vermieden. Kultische Zwecke und militärische Gegebenheiten waren Anlässe, zu denen es gespielt wurde. So sind die Vorläufer des Horn in der Kunstmusik einzuordnen und durch Ludwig XIV in der Hofmusik wiederzufinden. Das Corno da caccia wurde als eine rund gebaute Trompete bezeichnet, das ein Kesselmundstück hatte und neben dem Parforcehorn als Jagdinstrument gespielt wurde. Das Naturhorn wurde durch den Dresdener Hornisten Anton Joseph Hampel bekannt und ging mit der um 1753 entstandenen Stopftechnik einher. Stopfen bedeutet, dass die Naturhöner mit einer Technik zur Tonerhöhung der Naturtöne gespielt werden. Die rechte Hand kann eine stufenlose Vertiefung der Tonhöhe bis zu einer Terz bewirken, wenn sie im Trichter des Horns verschieden weit schließt, also stopft. Nimmt man die Hand heraus, erhört sich der Ton um ein Viertel. Diese diffizile Spielweise wird auch bei modernen Ventil-Waldhörner verwendet. Der Vorläufer des Ventilhorns wurde im Jahr 1760 vom Hornisten Ferdinand Kölbel in St. Petersburg mit dem 'Amor-Schall' gebaut. Weitere Innovationen wie die Kombination zwischen einer D- und einer Es-Stimmung mittels einer frühen Form des Ventils wurden im Jahr 1788 von Charles Clagget in London konstruiert. Es galt im Allgemeinen, Alternativen zur Stopftechnik zu finden.

Herstellung und charakteristische Merkmale

Es wird aus Messing oder Goldmessing gefertigt und hat ein Trichtermundstück mit enger konischer Mensur und großer Rohrlänge und weit auslaufendem Schallbecher, auch Stürze genannt.  Sie wird mit der rechten Hand gehalten und die linke Hand bedient die Ventile. Doppelhörner in B/hoch-F werden ebenso wie die F/B-Doppelhörner gebaut. Auch Triplehörner gibt es und sie vereinigen drei Grundstimmungen: F/B/hoch-f. Ursprünglich wurde das Horn aus Tierhorn gefertigt. Sein Material ist spezifisch aus einer Hornscheide der Cavicornia-Tiergruppen wie Rindern, Schafen und Ziegen entnommen.  Schnecken- und Muschelgehäuse, Röhrenknochen, Tierhörner, Holz, Terracotta und Metall sind die Hörner in einer Zeitspanne von der Urzeit bis zum 17. Jahrhundert. Je nach Dynamik und Lage ist der Klang des Horns füllig, warm, kräftig oder sehr hell. Alle Register klingen sehr homogen, sodass sich das Horn im Vergleich zu seinen Familiengenossen weniger von anderen Orchesterinstrumenten absetzt.  Forte klingt durch die indirekte Schallabgabe weniger scharf als die Trompete oder Posaune. Insbesondere klassisch-romantische Orchestersätze qualifizieren das Horn als Hybrid zwischen Holz- und Blechbläsern, sodass es auch in Partituren unter den Holzblasinstrumenten und über den Blechblasinstrumenten notiert ist. Das F-Horn und F-/B-Doppelhorn ist im klassischen Orchesterbereich sehr populär und setzte sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts durch. So ist es mit dem Englischhorn in F als Mitglied der Doppelrohrblatt-Familie einer hohen Verwandtschaft mit der Oboe unterstellt. Das Bassetthorn in F ist als Mitglied der Einzelrohrblatt-Familie mit der Klarinette verwandt.

Bauformen

Das Wiener Horn ist bei den Wiener Philharmonikern sehr beliebt. Sie spielen in der Tradition des reinen F-Horns mit speziellen Pumpventilen. Ihre Mensur ist kleiner und hat ein kreisrund aufgesetztes, gebogenes Mundrohr. Das Naturhorn wird auch Iventionshorn oder Stopfhorn genannt und im Barockstücken gespielt. Auch klassische Werke notieren das Naturhorn in ihren Partituren. Es klingt ähnlich wie eine Naturtrompete, jedoch weniger scharf. Back besetze das das Corno da caccia. Das Jagdhorn wird auch Parforcehorn (B, Es, B/Es), Trompe de Chasse (D) oder Fürst-Pless-Horn (B mit drei Ventilen) genannt. Das F-Horn ist etwa gleich lang wie die F-Tuba und erfordert ein präzises Spiel, um die hohen Lagen sauber zu treffen. So wird heute meistens auf ein Doppelhorn zurückgegriffen. Zwei separate Hörner werden miteinander vereint. Das F-Horn liegt eine Quarte höher als das B-Horn und erleichtert somit das genauere Treffen. Ihre eigenständigen  Ventilzugverlängerungen an einem Hauptrohr ist die Gemeinsamkeit. Das Ventilhorn wurde um 1813 vom Hornisten Friedrich Blühmel erfunden und bestand zunächst aus zwei Ventilen. So konnte der umständliche Bogenwechsel ersetzt werden. Ein drittes Ventil wurde um 1830 hinzugefügt. Das Doppelhorn wurde im Jahr 1897 von Eduard Kruspe und Bartholomäus Geisig in Erfurt erbaut. Charakteristisch sind die B-Stimmung und die mögliche Verlängerung des Haupt-Schaltventils um ca. einen Meter auf den Ton F. Das Triplehorn integrierte ab 1970 die Hoch-F-Stimmung in das Doppelhorn. Das Wiener Horn hat den typischen F-Bogen und Pumpenventile.

Effekte, Notation und Vorzeichen

Für Echoeffekte eignet sich diese Technik, weil der Grundton stark gedämpft wird. Sehr leise, aber spitz und scharf erklingt der Ton. Auch Stoßdämpfer können diesen Effekt erzeugen. Ein '+' oder 'bouche' zeigt in der Notation das Spielen dieser Technik an. Ein 'o' oder 'ouvert' löst sie auf. Einen romantischeren Klang erzielt der Wechsel vom Kesselmundstück zum Trichtermundstück. Hampel optimierte durch den Eibau eines Inventionzuges das Horn und konnte unterschiedliche Stimmungen mit Aufsatzbögen erzeugen. Ohne Haupt- und Vorzeichen kann die Hornstimme notiert werden. Oft wird sie im Blasorchestersatz in Es geschrieben, doch bei der Verwendung des separaten Es-Stimmzuges ist bei F-Waldhorn zu beachten, dass man die drei Ventilzüge zur Intonationskorrektur herausziehen und dadurch korrigieren muss. Spielt man mit der kürzeren Rohrlänge, ist man sicherer, sodass das B-Horn populärer ist und traditionell in der Notation des F-Horns geblasen wird. Verwandte Instrumente des Horns sind die Wagnertuba, die Richard Wagner für das Orchester des Nibelungenrings im Jahr 1870 bauen ließ. Sie ist enger mensuriert. Das Kornett und Flügelhorn gehören ebenso zu den Horninstrumenten. Unterschiedliche Notationen und Besetzungen sind wie folgt beschrieben. Das Blechbläserquintett besteht aus zwei Trompeten, dem Horn, der Posaune und der Tuba. Das Holzbläserquintett besteht aus der Flöte, der Oboe, der Klarinette, dem Horn und dem Fagott und das reine Hornensemble ist mit drei bis sechzehn Hörnern besetzt. Das Holzbläseroktett besteht aus zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörnern und zwei Fagotten. Das Horntrio op. 40 von Johannes Brahms gilt als Meisterwerk der Kammermusik. In Jagdmotiven als Signalrufe, im Barockzeitalter und in romantischen Sinfonien ist das Horn stets vertreten. Auch Filmmusikkomponisten besetzen das Horn in ihren Kompositionen. In Posaunenchören wird das Horn als einziges Instrument sowohl in der Tenor- als auch in der Alt-Lag eingesetzt. Basslagen können ebenso gespielt werden. So sorgt das Horn für einen runden und warmen Klang.

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