Das Akkordeon

Akkordeon

Das Akkordeon gehört zur Klassifikation der Tasteninstrumente. Zu den selbst klingenden Unterbrechungs-Aerophonen zählt das Akkordeon ebenso. Weitere zum Teil auch humoristische Bezeichnungen sind Handharmonika, Handklavier, Zieharmonika, Ziehorgel, Diatonische, Handorgel, Heimatluftkompressor, Quetschkommode, Zerrwanst, Schifferklavier und Mauererklavier. 

Tasteninstrument mit Zug

Die historische Entwicklung

Vorläufer des Akkordeons ist die chinesische Cheng. Oft wird vermutet, dass die Mundharmonika der Handharmonika vorhergenommen wurde. Weiter Vorläufer finden sich in der Geschichte des Harmoniums. Deren Bauten wurden aus Aeolinen und Physharmonikas entnommen, die 1810 von Bernhard Eschenbach angeregt von der Maultrommel entwickelt wurden. Anton Haeckl patentierte 1821 die Physharmonika in Wien. Die erste Bezeichnung 'Accordion' wurde von Cyrill Demian in Wien am 6. Mai 1829 genannt. Er kreierte ein Vorbild für die Weiterentwicklung, die von Carl Friedrich Uhlig, Heinrich Band und Paolo Soprani übernommen wurden. Im Amerika nahm die Produktion ebenfalls seinen Lauf.

Die Tonerzeugung

Diatonische Instrumente weise eine Vielfalt auf. So ist die Steirische Harmonika und die tschechische Heligonka sehr beliebt. Wie bei allen Handzugsinstrumenten hat auch das Akkordeon auf der rechten Seite, die Diskant genannt wird, die Tastatur in einer abgewinkelten Form angebracht. Der Tonumfang ist vom Instrument abhängig. Der Ton wird durch frischschwingende, durchschlagende Zungen erzeugt und bringt dadurch Einzeltöne und mechanisch voreingestellte Akkorde hervor. Daher leitet sich der Name ab. Unterschiedliche Typen sind der Konzertina und das Bandoneon. Sie haben keine abgewinkelte Tastatur und auch keine voreingestellten Akkorde. Ursprünglich war die Harmonika chromatisch, wie es der Geschichte des Pianoakkordeons zu entnehmen ist. Leichtere Ausführungen werden als Harmonika bezeichnet, der Begriff Akkordeon hingegen wird als das teure, schwere und hochwertige Produkt eingestuft.

Bauarten

Bauarten und Regionen unterscheiden die Begriffsbezeichnungen. Ein einfach gebautes Akkordeon besteht aus zwei Teilen, dem Diskant und dem Bass. Sie sind durch einen Balg miteinander verbunden. Die Luft wird in den Balg bei Zusammendrücken beider Teile gepresst, wofür die Stimmstöcke verantwortlich sind. Wechseltönige und gleichtönige Instrumente werden hier unterschieden. Wechseltönige Akkordeone sind einkreihig wie das Cajun Accordion aus Lousiana und das Sanfona aus Brasilien, aber auch das Melodeon und das Langnauerli. Mehrreihig sind das Wiener Modell, Das Club Modell, die Steirische Harmonika, die Organetto aus Italien, die Heligonka aus Tschechien, die Schwyzerörgeli, das Schottische Akkordeon, das Irische Akkordeon, die Trikitixa und das Französiche Akkordeon. Zu den gleichtönigen Akkordeons zählt das Knopfakkordeon, die Schrammelharmonika als Vorläufer des chromatischen Knopfakkordeons, das Chromatche Knopfakkordeon und sein russischer Gegenläufer, das Bajan, aber auch ebenso das Garmon und das Pianoakkordeon mit Klaviatur und dessen Bass-Variante, dem Bassakkordeon.

Die Stimmstöcke

Die Zusammenfassung von Kanzellen zu einer Gruppe nennt man Stimmstock. Sie sind im Musikinstrument mit dem Gehäuse verleimt und ausbaubar. Kanzellen bestehen aus Holz, es gibt jedoch auch welche aus Spritzguss-Polymer. Die obere Leiste und die Grundplatte, auch Sohle genannt, bestehen aus härterem Holz. Polymer-Stimmstöcke haben eine hohe Maßhaltigkeit und sind sicher mit der Stimmplatte befestigt. Sie sind Klimaschwankungen gegenüber unempfindlich. Tonlöcher sind oft rechteckig, sodass Registerschieber eingesetzt werden können. In der französischen Musette-Musik wird durch eine spezielle Befestigung und Konstruktion der Stimmstöcke eine obertonreiche Klangfarbe erzeugt.

Der Aufbau

Das diatonische Akkordeon ist wechseltönig aufgebaut. Beim Ziehen und Drücken entsteht ein unterschiedlicher Ton bei den meisten Tasten, sodass nicht alle Tonarten gleich gespielt werden können. Entsprechende Griffsysteme, auch Tabulaturen genannt, stimmen die verschiedenen Ausprägungen und Notationen ab. Der Korpus hat rechts das eingebaute Diskant mit der Klaviatur oder Tastatur und links die Bassmechanik. Er soll stabil und leicht sein und wird traditionell aus Fichtenholz oder anderen Massivholzarten gebaut. Mehrschichtholz erzeugt ebenso zufriedenstellende, akustische Klänge. Die Korpusteile sollten nicht vibrieren, was mit der Eigenschaft von Lautsprecherboxen zu vergleichen ist. Ein leichtes Instrument klingt also schlechter als ein schweres. Plexiglas, Aluminium und Magnesium sind weitere Baumaterialien. Wurden die Oberflächen ursprünglich aus Holz hergestellt, kamen in den 1920er Jahren Zelluloid-Beschichtungen vor. Die Mehrschichtlackierung ist umweltfreundlich und auch Klarlack dient dem Chic des Instrumentes. Knopfgriffinstrumente haben meistens bis zu sechs Reihen.

Tonerzeugung

Stimmplatten und Ventile erzeugen die Dynamik, Tonqualität, Klangfarbe und Lautstärke. Die Register befinden sich auf der linken Seite und können zugeschaltet werden. Sie ermöglichen eine Variation der Klangvielfalt und können bis zu fünf Chöre beinhalten. Bei diatonischen Instrumenten werden sie selten verwendet und das Angebot hängt ebenso vom Fabrikat und Hersteller ab. Registerschieber verschießen die Schallöffnungen für einzelne Stimmplattensätze. Das chromatische Akkordeon unterschiedet sich in der Klaviatur und der Knopfgrifftastatur. Der Knopfgriff hat bis zu fünf Reihen, die speziell für die Balkan-Musik gefertigte Beltuna sogar bis zu sechs. Dort wiederholen die zwei inneren Reihen die bereits vorhandenen Reihen. B-Griff- und C-Griff-Systeme charakterisieren das chromatische Akkordeon.

Basssysteme

Zwei grundlegende Basssysteme sind ebenso charakteristisch für das Akkordeon. Die Anordnung in Quinten ist der Stradella-Bass. Sie sind vertikal ausgerichtet und die häufigsten Dur-, Moll-, Sept- und verminderten Septakkorde horizontal angeordnet. Eine Oktave beträgt der Tonumpfang, doch je nach Bauart und Register können bis zu fünf Oktaven gleichzeitig klingen. Der Melodiebass hat keine Akkordknöpfe, aber sein Akkordumpfang umfasst bis zu fünf Oktaven. Er hat drei bis vier Reihen und kann durch Umschalten der hinteren vier Reihen durch zusätzliche Tasten auf Melodiebass umgeschaltet werden, sodass die selben Knöpfe dafür herhalten können. Diese Bauart nennt sich Konverterbass. C-Griff und B-Griff sind die Knopfsysteme. Es gibt auch einen Free-Bass. Das Bajan hat zusätzlich Basskopplungen als verdoppelte Töne mit einem eigenen Schalter.

Kompositionen für das Akkordeon

Kammermusik, Solo-Kompositionen und auch Barocke Werke von Johann Sebastian Bach und Domenico Scarlatti sind beliebte Genres, in denen das Akkorden gespielt wird. Reine Akkordeonkonzerte wurden von Feodosiy Rubtsov und Hugo Herrmann komponiert, aber auch der Däne Mogens Ellegaard komponierte mit seiner 'Symphonic Fantasy and Allegro' op. 20 im Jahr 1958 ein lgendäres Meisterwerk. Ein Akkordeonorchester besteht aus 20 bis 30 Spielern. Kleinere Formationen wie Akkordeon-Ensembles haben pro Stimme höchstens zwei Spieler und eine Akkordeon-Spielgruppe tritt meistens als Quintett auf. Akkordeon-Big-Bands nehmen meistens Instrumente wie das Elektronium, Keyboards, Schlagzeug, Percussion und Pauken hinzu. Auch der Kotrabass wird in diesen Bands gespielt. Das größte Akkordeon wird im Guinness-Buch der Rekorde erwähnt und ist 2,53Meter hoch, 1,90 Meter lang, 85 cm tief und 200 Kilogramm schwer. 1000 Stunden benötigte Giancarlo Francenella in der Stadt Castelfidardo, um es zu bauen.

Weitere interessante Informationen über das Akkordeon finden Sie auf den Seiten

Informationen über das Akkordeon auf Wikipedia.de

Informationen über das Akkordeon auf Akkordeon.com