Der Flow der Stimme

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Singen ist leicht – Töne treffen vielleicht nicht immer. Professioneller Unterricht kann hier unterstützen. Eine Grundschullehrerin und Chorsängerin erzählt von ihren Erfahrungen mit Gesangsunterricht.

„Ich nehme Unterricht, weil ich meine Stimme schulen und ausbauen wollte. Ich singe seit acht Jahren im Kirchenchor. Vorher habe ich nur zu Hause vor mich hingesungen, natürlich auch Schlaflieder, als meine Kinder klein waren. Als Grundschullehrerin singe ich auch im Musikunterricht.“

Vom Schlaflied zum Kirchenchor

Vom Chanson zum Kinderlied

„Im Unterricht reicht der Bogen der Gernes von Schlagern und Volksliedern aus unterschiedlichen Kulturen bis zu Popmusik. Alles trainiert meine Stimme, die sich durch klugen Unterricht ausbauen konnte. Als sie dann ein halbes Jahr lang nicht funktionierte und eine  Reibeisenstimme wurde, haben wir im Unterricht leichte Stücke gesungen, damit sie wieder geschmeidig wird. Sting, Celine Dion, Zara Leander - alles ist dabei.“

Das Kirchenchorprogramm

„Im Kirchenchor singen wir bei Gottesdienstveranstaltungen. Außerdem begleiten wir festliche Anlässe wie Erntedank, Advent oder z. B. die goldene Konfirmation. Natürlich stehen auch Weihnachtskonzerte und besondere Jubiläumsanlässe auf dem Programm. Dafür  haben wir z. B. Bach, Mendelssohn und Haydn eingeübt."

Die Entscheidung zum Gesangsunterricht

„Meine Familie hat gesagt, dass ich schief singe. Und nun weiß ich auch, warum. Ich habe zu viel Druck in die Stimme gesetzt und sie nicht fließen lassen. Doch mithilfe vom Gesangsunterricht habe ich meine Technik verbessern können und einen neuen Ansatz gelernt.“

Die Technik

„Ich habe festgestellt, wie wichtig die Atemtechnik ist. Wenn ich die Energie aus der Stütze nehme und die Luft fließen lasse, dann singe ich nicht mit Druck. Und wenn ich merke, dass die Stimme nicht will, kann ich auf diese Art und Weise meine Blockaden lösen.“

Ein neues Körpergefühl

„Ich habe durch das Singen meinen Körper neu kennengelernt. Wir haben uns im Gesangunterricht die Fragen gestellt: Wo sitzt die Stimme? Wo kommt sie her? Wo ist der Wechsel von der Kopf- zur Bruststimme? Im Chor singe ich nun auch nicht mehr den Sopran, sondern die Altstimme. Im Sopran bin ich doch an meine Grenzen gestoßen."

Übung macht auch hier den Meister

„In der Altstimme höre ich mich im Chor manchmal nicht so gut wie in der Sopranstimme, in der ich zuvor gesungen habe. Wenn ich merke, dass ich den Ton nicht finde, setze ich im Chor aus oder suche die Nachbarstimmen, um mich wiederzufinden. Zu Hause spiele ich am Klavier die Tonfolge, bis sie sitzt. Das ist dann ein regelrechtes Einhämmern.“

Motivationstief mit Spaß besiegen

„Wenn ich mal unmotiviert bin, dann singe ich im Chor einfach erstmal mit. Es gibt im Programm aber immer ein Stück, das ich mag und das mich begeistert. Aktuell singen wir beispielsweise ein hebräisches Stück, das andere witzigerweise nicht so gut finden.“

Profit im Berufsalltag

„Als Grundschullehrerin leite ich im Musikunterricht die Kinder zu mehrstimmigem Singen an und dadurch profitiere ich. Der Musikunterricht in der Grundschule bezieht sich auf das Motto 'Mit den Kindern Liedern lernen'. Wir entwickeln eine Stimmbildungsgeschichte und setzen die Fragmente des Liedes zusammen.

Die Stimme ist mein Instrument

„Ich übe und lerne. Mein alleiniges Instrument ist die Stimme. Im Schulunterricht funktioniert es für mich am Besten, weil ich die Kinder dadurch gut führen kann. Mit der Flöte würde das für mich nicht funktionieren.“

Bildquelle: Shutterstock / YAKOBCHUK VIACHESLAV