Musikschule im Wandel

Musikschule im Wandel Keyvisual

Wissen, Flexibilität, Teamfähigkeit, Führungsqualitäten und Kommunikationsfähigkeit werden von Kindern in der Schulzeit erworben. Diese Zeit ist also die beste Zeit, um ihr musikalisches Talent ebenso frei entfalten zu können. Doch der Musikunterricht an deutschen Schulen wird derzeit kontrovers diskutiert. Lehrermangel, fehlende Möglichkeiten des musikalischen Ausdrucks und ein mangelhaftes Angebot an Instrumenten und Unterrichtsmaterial führen dazu, dass die musikalische Förderung zu verkümmern droht. Außerdem sind die finanziellen Mittel und die Motivation nicht in jeder Familie gegeben, um in Musikunterricht zu invetieren. Dennoch lohnt es sich.

Musikunterricht im Verlauf der Zeit

Die positiven Aspekte von Musik im Leben

Musikunterricht fördert das logische Denken. Darüber hinaus ergänzt sie die Bildungsdominanz unserer Gesellschaft. Auch das allgemeine Lernverhalten entwickelt sich positiv, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Besonders bei Kindern wird die Persönlichkeit ausgebildet und die Merkfähigkeit gesteigert. Willensgestaltung, Durchhaltevermögen und Vorstellungskraft, aber auch das Bewusstsein für Qualität ensteht und wächst stetig. Dies ist für Kinder besonders heutzutage wichtig, weil sich durch die fortschreitende Digitalisierung und die Schnelllebigkeit der Gesellschaft eine Reizüberflutung durch die Umwelt entwickeln kann. Damit die Persönlichkeitsetwicklung in diesen wichtigen Jahren bei Kindern nicht leidet, kann Musikunterricht helfen. Kleinkinder profitieren von der musikalischen Verbindung zwischen Märchen, Spielen und Musik. So können sie schnell Bezüge herstellen und schneller und nachhaltiger lernen. Die sozialethische Wirkung des gemeinsamen Singens und Musizierens ist ebenso erwiesen.

Schule und Musikschule – Fusion für den Musikunterricht

Musische Angebote einer Musikschule an einer allgemeinbildenden Schule können den oft mangelnden Musikunterricht an deutschen Schulen ausgleichen und ergänzen. So werden nicht nur die musikalische Grundausbildung, das Allgemeinwissen und die sozialen Vorteile der Musik entwickelt und gefördert, sondern auch die besonders musikinteressierten Schüler können sich für ein musikalisches Studium vorbereiten. Schließlich fällt die Entscheidung für die Berufswahl meistens in der Schulzeit. Das kulturelle Erbe muss außerdem gesichert und gepflegt werden. So sind die öffentlichen Gelder für Musikschulen sinnvolle Investitionen und keine Subventionen. Steueranteile und Sozialabgaben rotieren, Arbeitsplätze werden geschaffen und die Musikindustrie und der Musikhandel profitieren.

Weniger Zeit, weniger Geduld

So bilanziert der Musikschulleiter Rainer Engelmann, dass die Teilnehmerzahl der Musikschule Kiel im Jahr 2013 um 300 stieg.Weil die Schüler weniger Zeit für ihre Freizeit haben als früher, mangele es an Motivation, Geduld und Bereitschaft für das Lernen eines Instrumentes aufzubringen. Die Gesellschaft ist schnelllebiger geworden. Ziele müssen schnell erreicht werden, was beim Instrument erlernen nicht funktioniert. Dennoch funktionieren Fusionen mit Kitas und allgemeinbildenden Schulen. Klassen- und Gruppenunterricht in Orchestern, Chören und Ensembles begeistern Schüler, weil sie sonst nicht die Möglichkeit haben, mit den Instrumenten in Kontakt zu kommen. Auch Pflegeheime und ein Betriebschor im Amtsgericht gehören zu den Fusionen, denn Musik mache fröhlich und stärke die Konzentration. Auch ein Musikgarten für Babys gehört zu den Angeboten der Musikschule Kiel und finanzschwächere Familien bekommen eine Ermäßigung von bis zu 25 Prozent. Das Musikschuljahr startet mit dem Beginn des Schuljahres. Ein Lizenzvertrag mit der Gema verhindert illegales Noten kopieren.

Experimente und Studien

In einer Studie wurde das 'self-enhancement model' entwickelt, das die Leistung der Schüler durch ein gestärktes, musikalisches Selbstkonzept fördern soll. Untersuchungen behandeln die Unterschiede zwischen instrumentalem Gruppenunterricht an Musikschulen und der Zuordnung eines Instrumentes an jedes Kind. Der Transfer von Instrumentalunterricht auf andere kognitive Bereiche und Motivationsmerkmale wurden in Betracht gezogen. Die Universität Bielefeld und Hamburg untersuchten, in wieweit Musikunterricht auf das schulische, kulturelle und soziale Leben der Kinder Einfluss nahen. Dabei wurden Schulen bevorzugt, die in einem sozioökonomisch benachteilgiten Viertel lagen un deren musisch-kulturelles Angebot mangelhaft war.

Der Ablauf

In jeder Klasse wurde im Tandemverfahren unterschiedliche Musikinstrumente eingeführt. Der instrumentale Gruppenunterricht behandelt die Bereiche Vom-Blatt-Spiel, Analyse von Musikstücken, Hörschulung, Spieltechnik, Musiktheorie, Musikgeschichte, Etüden, Improvisation, Intonation und musikalische Gestaltung. Mit unterschiedlichen Verfahrensweisen wird gearbeitet. Erarbeiten, Darstellen, Aufgeben, Entdecken lassen und Dialog sind Aspekte, unter denen im musikalischen Unterricht gearbeitet wird. Doch bei all den theoretischen Grundlagen kommen die methodischen Elemente nicht zu kurz. Spielen ohne Noten, Bewegungsspiele, musikalische Gruppenspiele, Malen nach Musik, Spielen zum Playback, Dingen und Bodypercussion, Musik erfinden und Übungen zur Aufmerksamkeit und Wahrnehmung sorgen für einen abwechslungsreichen Unterricht, um gemeinsames Spielen und das Einzelspiel zu entwickeln. Dieser soziale Lern- und Erfahrungsraum wird höher bewertet als der Unterricht zur Ausbildung musikalischer und spieltechnischer Fähigkeiten.

Die Ziele

Spaß und Spielfreude sollen vermittelt werden, Spieltechniken erlernt und gemeinsames Spiel gefördert werden, doch auch Methoden des selbstständigen Übens erlernt werden. Musikalische Gestaltungen sollen umgesetzt und schließlich präsentiert und vorgespielt werden. Analytische, Spieltechnische und gestalterische Kompetenzen werden gleichermaßen gefördert. In größeren Gruppen wird jedoch mehr Zeit für jeden einzelnen Schüler benötigt als im Einzelunterricht, sodass an der Musikschule Kiel der Einzelunterricht für mehr Effizienz gefördert werden soll. Oberflächlichkeit soll verhindert und Detailarbeit gefördert werden. Nicht nur die auditiven Fähigkeiten eines jeden Schülers werden gefördert, sondern auch die Aufmerksamkeit.

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