LYR – Never Good With Horses

Simon Armitage, Patrick J Pearson und Richard Walters sind LYR, eine englische Band. Ein Autor, ein Musiker und ein Multi-Instrumentalist – so stellt sich die Band auf ihrer Website vor. Ihr Debütalbum 'Call In The Crash Team' wird im Jahr 2020 veröffentlicht und ist eine Mischung aus poetischen und gesprochenen Textpassagen, Gesangsmelodien und seichter Instrumentation. Die erste Single-Auskopplung 'You Were Never Good With Horses' zeigt den Charakter der Band. Der Text wurde laut Armitage von der Zeit der Post-Industrialisierung und Rezession inspiriert.

Song-Review

Ein Überfluss an Kommunikation, Sprachen und Information führe zu einem Gefühl der Marginalisierung, das die jeweiligen Protagonisten der lyrischen Texte auf dem Album ausdrücken möchten. So ist auch die Hauptfigur des Textes 'You Were Never Good With Horses' eine Frau, die die mangelnde Sensibilität ihres Partners beklagt. Die Verse „watching the movie of life play out through the windscreen's lens“ beschreiben das von Armitage genannte Gefühl der Isolation und bilden den Kontrast zu dem gefühlvollen Umgang mit Pferden, den es braucht, um sich auf diese Tiere einlassen zu können. So folgen die Verse „couldn't bear to look in the dark rock pools of their eyes, couldn't hold your hand flat and offer your sugar cube lies“.

Mehrere Videos wurden zu diesem Song gedreht. Die 'Live Isolation Version' entstand während des Corona-Shutdowns im April 2020 und stellt die Band in ihren Homestudios an ihren Instrumenten dar. Das wohl offizielle Musikvideo zeigt eine rothaarige, junge Frau, die in wechselnden Locations den Text mit der synchronisierten Männerstimme des Sängers spricht. Die Settings wechseln vom herbstlichen Waldlaub über ein leeres Schwimmbad bis hin zu den leeren Straßen Berlins und einem leeren Jahrmarktsplatz. Die bedrückende Atmosphäre in der Abenddämmerung wechselt mit dem florierenden Blumenmeer in einer Gärtnerei, doch der Tonus bleibt: Ausgestorben wirkt die Stadt, trist die junge Frau.

In der letzten Szene werden der Rezitativ-Text und die Lippenbewegung der Frau asynchron dargestellt, als ließe die Einsamkeit plötzlich alles auseinander klaffen. In dieser Version ist ein leichtes Drum im Hintergrund zu hören, das bei der 'Live Isolation Version' fehlt. Seichte Klavierakkorde begleiten den Rezitativ-Text und wechseln mit einem Instrumentalen Part, zu dem eine Legato-Violine gespielt wird. „It's all too much for you“ sind die Zeilen, die als weiterer Part zu einer weiteren Violinen-Melodie gespielt werden.

Unser Fazit

Dieser Song zeigt, dass wenig reicht, um viel Emotion ausdrücken zu können.

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