Das Tablet im Musikunterricht


Tablets erhalten Einmarsch in den Schulunterricht. Seit dem Bildungsplan 2016 werden sie auch im Musikunterricht eingesetzt. Es stellt sich die Frage, welchen Sinn der Einsatz eines Tablets im Musikunterricht haben kann.

Das Tablet im Klassenzimmer

Wo bisherige Medien und Methoden übertrumpft werden können, kommt das Tablet zum Einsatz. Altbackene Unterrichtsmethoden sind also angeblich nicht förderlich. Die Eigenverantwortung der Schüler und der verantwortungsvolle Umgang mit Medien solle in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung geschult werden. Als Belohnung darf der Schüler kreativ sein. Auch das fördert schließlich seine Persönlichkeit, um dem altbekannten Satz gerecht zu werden: Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.

Der Bildungsplan und Musik

Der Erziehungswissenschaftler und Publizist Hartmut von Hentig definiert Bildung im Jahr 1984 mit den Worten 'Menschen stärken, Sachen erklären'. Dieses Motto macht sich der Bildungsplan zunutze. Er integriert Gesellschaft und Kultur, Methoden und Techniken, Gemeinschaft und Verantwortung, Kommunikation, Persönlichkeit und Identität.

In diesen Zusammenhang bekommt Musik das besondere Augenmerk: Musik soll gestaltet und erlebt, verstanden und reflektiert werden. Tontechnische Verfahren und digitale Produktions- und Kommunikationsmöglichkeiten sollen eine verantwortungsbewusste Nutzung der Medien fördern.

Digitale Medien im Musikunterricht

Bei dem Aufnahmeprogramm 'Garage Band' zeigen die einfachen Buttons 'Spielen - Aufnehmen - Teilen' den Sinn der Musik: Der Schüler soll sich durch Musik mitteilen. Die Medienbildung sieht das Tablet also als Kreativ- und Produktionswerkzeug und gibt die Möglichkeit, mit Musik zu illustrieren. Der Schüler wird animiert, zu üben und Tools zu nutzen, zu recherchieren und sich durch die Präsentation seiner musikalischen Werke selbst auszudrücken.

Darüber hinaus ermöglichen Videofunktionen die Gestaltung der eigenen Musikvideos. Durch diese visuelle Erfahrung wird Musik transparent.

Im Unterricht sieht das wie folgt aus: analytische Aufgaben werden erstellt, klingende Arbeitsblätter ausgeteilt und formales Arbeiten mit den Aufnahmeprogrammen geübt. Darüber hinaus werden Instrumente im Klassenverband eingesetzt, gemeinsam musiziert und durch Gehörbildungstraining das Gehör geschult.

Das Image des Lehrers als dominanter Leiter des Unterrichts wird dadurch verändert. Er agiert nun eher als Berater, Trainer und Organisator.

Effizienter Musikunterricht – digital oder analog?

Als Fazit wird gezogen, dass digitale Medien die musikalische Bildung des Schülers fördern sollen. Durch den aktiven, bewussten und rezipierenden Umgang mit Musik solle er sich selbstbestimmt entwickeln.
Ob man Kinder und Jugendliche unbedingt auf dem digitalen Weg abholen muss, um sich durch Musik zu erfahren und auszudrücken, bleibt fraglich. Aktives Musizieren mit realen Instrumenten wäre sicherlich ebenso hilfreich. Ein Kostenfaktor kann hier als Kriterium nicht genannt werden, da Kosten für Tablets ebenso hoch sein müssten wie der Kauf von Instrumenten.

Die fortschreitende Digitalisierung und die Popularität des Tablets bei Kindern und Jugendlichen ist ein Punkt. Ein anderer mag sein, dass nicht jeder Schüler ein Instrument spielt und dieser zeitaufwendige Umweg – das Lernen eines Instrumentes – durch Technik gespart werden kann.

Es bleibt also abzuwarten, welche positiven Ergebnisse beim Musikunterricht mit Tablets entstehen.

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Quelle und Weblinks: