Kleine Formenlehre über die Musikformen

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Ähnlich wie in der Literatur lässt sich auch die Musik in unterschiedliche Formen teilen. Gibt es in der Schriftform Romane, Sachtexte und Theaterstücke, so finden sich in der Musik Fugen, Sinfonien, Opern und viele mehr. Einige Formen werden vorgestellt.

Eine kleine Formenlehre

Der allgemeine Aufbau eines Musikstückes – Satz, Thema und Motiv

Größere Stücke sind nach einem bestimmten Schema aufgebaut: Satz, Thema und Motiv. Die Sätze unterscheiden sich in einem Stück durch die variable Anzahl der Taktzahlen, unterschiedliche Tempi und andere Paramenter. Das Thema ist ein kleiner Teil in einem Satz, das aus mehreren Motiven besteht und in einem Stück oft in einer Variante wiederholt wird. Das Motiv sorgt als kleinste Einheit für den Wiedererkennungswert im Stück.

Die Improvisation

Ohne Noten beim Spielen Komponieren – so kann sich eine Improvisation beschreiben lassen. Eine Hauptmelodie kann vorher festgelegt werden und im Thema, Rhythmus, Tonhöhe und weiteren Parametern variiert werden. Insbesondere die Jazzmusik improvisiert häufig, aber auch in der Orgelmusik findet diese Art zu Spielen ihren Platz. In der klassischen Musik improvisiert ein Solist während der Kadenz bei einem Konzert.

Die Fuge

Die Fuge entstand in der Barockzeit zwischen 1600 und 1750. Die lateinische Bedeutung des Wortes Flucht gehört zu den strengen Formen Polyphonie, also Mehrstimmigkeit. Sie folgt den Regeln des Kontrapunkts, in der jede Stimme voneinander unabhängig ist und unterschiedliche Rhythmen und Töne gleichzeitig erklingen. Chorwerke, Orchesterwerke, Messen, Kantaten, Konzerte und Ouvertüren verwenden Fugen häufig. Sie besteht aus einer Exposition und der Durchführung. In der Exposition werden die Themen, also die Hauptmelodien vorgestellt, wobei das erste auch Dux, der Führer, genannt wird. Hinzu kommt Dux, der Begleiter. Er liegt auf der Quinte. Von einem Kontrasubjekt spricht man, wenn das erste vorgestellte Thema später wieder aufgegriffen wird. Es wird gedehnt, umgekehrt, gespiegelt und in verschiedenen Stimmen wiedergegeben. Kleine Zwischenspiele trennen die einzelnen Abschnitte. Bis zu vier Themen sind möglich. Johann Sebastian Bach, Max Reger und johann Nepomuk David sind berühmte Komponisten der Fuge. In der moderne Musik verwendet die Band 'Yes' in ihrem Song 'Awaken' ebenfalls diese Musikform.

Die Symphonie

Diese Musikform wird auch Sinfonie geschrieben und bedeutet Zusammenklang oder Übereinstimmung. Im 17. Jahrhundert wurde sie allgemein für Instrumentalmusik verwendet und in den Tempi schnell, langsam, schnell gespielt. Sie besteht aus vier Sätzen. Der erste wird auch Kopfsatz genannt und ist langsam, ebenso wie der zweite Satz. Der dritte wird Menuett und Scherzo genannt. Es folgt das Finale im vierten Satz, das eine Kombination aus Rondo und dem Sonatenhauptsatz ist. Der erste Satz lässt sich in die Exposition, Durchführung, Reprise und Coda unterteilen. Hauptthema, Überleitung, Seitenthema, Überleitung und die Schlussgruppe ist die Abfolge in der Exposition. Seitenthemen und Schlussgruppen stehen in Dur-Symphonien in der Dominate und in Moll-Symphonien in der Tonikaparallele. In der Durchführung werden Motive aus der Exposition verarbeitet. Die Reprise wird in derselben Reihenfolge wie die Exposition gespielt und die Themen stehen in der Tonika. Die Coda ist ein selbständiger Anhang.

Die Sonate

Im 16. Jahrhundert entwickelte sich die Sonate aus der Canzona. Die beliebte Kirchensonate besteht aus vier Sätzen. Der erste ist langsam und meistens homophon. Der zweite Satz ist schnell, der dritte wieder langsam und der vierte fungiert in schnellem Tempo. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich daraus die klassische Sonate. Im ersten Satz steht die Sonatenhauptsatzform. Im zweiten Satz wird in langsamem Tempo die Form A-B-A gespielt. Es folgt das Menuett mit Trio im dritten Satz und im vierten Satz wird die Sonatenhauptsatzform oder das Rondo gespielt.

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