Die Vielfalt der Klänge – Besondere Musikinstrumente

Allgemein bekannte Instrumente wie die Gitarre, das Klavier und das Schlagzeug sind populär, doch es gibt darüber hinaus weitere, weniger bekannte und dennoch berühmte Instrumente. Ob transportabel oder nicht – eine Auswahl wird vorgestellt.

Vom Oktobass zur Drehleier

Von Musikinstrumenten wie dem Kontrabass, dem Synthesizer und der Harfe gibt es besondere Abwandlungen, denn manche Konstrukteure wollten ihre Forschungslust an neuen Bauten ausleben.

Der Oktobass

Der Oktobass ist tiefer gestimmt als das Violoncello und gleicht in seiner Bauform einem sehr großen Kontrabass. Wenige historische und moderne Oktobässe sind bekannt. Die drei Saiten des Bases sind in einer Quinte und einer Quarte gestimmt: C, G und C der Kontra-Oktave. Er ist 3,45 Meter hoch und über 100 kg schwer. Ein Bogen streicht die Saiten und sieben Bügel bedienen über einen Hebel am Beginn des Halses das Herunterdrücken der Saiten. Ein Fußpedal bedient den unteren Teil der Saiten.Vibrato und Glissando sind nicht möglich zu spielen. Im Jahr 1850 wurde der Oktobass von Hecotr Berlioz und Jean-Baptiste Vuillaume gebaut. Der italienisch Musiker Nicola Moneta trat mit dem Oktobass zwischen 1995 und 2002 auf.

Ondes Martenot

Die Ondes Martenot ist ein monophones, elektronisches Musikinstrument. Es wurde nach seinem Konstrukteur Maurce Martenot benannt und funktioniert ähnlich wie ein Theremin. Elektronische filter verändern seinen Klang, sodass es nach dem Prinzip des Schwebungssummers funktioniert. Sieben Oktaven umfasst das elektronische Tasteninstrument und wird mit der rechten Hand über ein Manual gespielt. Ein Ring kann Glissandi erzeugen. Die linke Hand beeinflusst die Dynamik und Klangfarbe. Dabei sitzt der Ring für Glissandi auf einem Draht, der parallel zur Tastatur verläuft. Olivier Messiaen, Darius Milhaud und Charles Koechlin sind berühmte Komponisten, die dieses Instrument verwendeten. Maurice Jarre führte es in der Filmmusik ein. Seit 2001 wird das Instrument wieder gebaut, nachdem seine Produktion im Jahr 1968 eingestellt wurde. Berühmte Spieler sind Thomas Bloch, Christine Ott, Jonny Greenwood und Suzann Binet-Audet.

Die Nyckelharpa

Die Nyckelharpa wird auch Schlüsselfidel genannt und bedeutet aus dem schwedischen übersetzt 'Schlüssel-Harfe'. Sie ist ein Streichinstrument mit mechanisch verkürzten Saiten. Ein Bogen versetzt diese Saiten in Schwingung und die Tonhöhe können durch Tasten beeinflusst werden. So funktioniert sie wie eine Drehleier. Tangenten nennt man die Fähnchen auf den Tasten, die die Saiten abgreifen. Chromatische Nyckelharpa haben vier oder zwölf Saiten. Zwölf Resonanzsaiten oder Sympathiesaiten liegen unter den Melodiesaiten und erzeugen einen Hall-Effekt. Eine gebogene Decke und eine gesägte Zarge sind charakteristisch für moderne Nyckelharpa. Vorläufer sind seit dem Mittelalter bekannt und beziehen sich auf Steinrelief-Abbildungen am Portal der Kirche von Källunge auf Gotland aus dem Jahr 1350. Im 16. und 17. Jahrhundert  wurde die Schlüsselfidel auch in Deutschland bekannt. Seit den 1990er Jahren wird sie auch in nicht-folkloristischen Musikgenres gespielt. Ein jährliches Nyckelharpa-Treffen findet in Österbybrunk im schwedischen Uppland statt. Eric Sahlström, Triskilian und Marco Ambrosini sind berühmte Interpreten, zeitgenössische Komponisten sind Michael Riessler, Jean-Louis Matininer und Helena Tulve. Sogar Unterricht kann man für dieses Instrument am Eric-Sahlstöm-Instituet in Schweden nehmen.

Die Drehleier-Spieler

Als Streichinstrument ist die Drehleier manchen Musikern auch als Radleier bekannt, denn ein Rad streicht die Saiten an. Es wird mit einer Krubel gedreht. Mehrere Melodiesaiten erzeugen eine Schwingung, die über Tasten mechanisch verkürzt werden und dadurch die Tonhöhe verändern können. Ein oder mehrere Bordunsaiten klingen auf konstanter Tonhöhe mit und werden vom Schnarrsteg mit rhythmischen Schnarrlauten begleitet. Dabei sitzt jede Taste auf einer Schiebestange mit rechteckigem Querschnitt. Diese werden durch Löcher quer über parallele Brettchen geführt, was sich Tangentenkasten nennt. Die Melodiesaiten verlaufen parallel zu den Schiebestangen, auf denen für jede Saite ein bundähnliches Bauteil befestigt ist. Bauformen sind vielfältig und je nach Herkunft variabel. So ist die Alto-Drehleier in den 1980er Jahren entwickelt  und die französische Drehleier von Henri Bâton angepasst worden. Bauformen aus Ungarn, Polen und der Ukraine reihen sich ein und entsprechen beispielsweise einem geigenförmigen Korpus. Die Gotische Drehleier wurde vom Beginn der Neuzeit bis 1650 geformt. Die Drehleier lässt sich mit der Orgelleier kombinieren, dessen Mechanik durch Orgelventile gesteuert wird. Auch die Kastenleier gleicht dieser Funktion. Drehleiern lassen sich elektro-magnetische Tonabnehmer verstärken. Traditionelle Musik, Alte Musik, Jazz, Industrial und Rockmusik, aber auch Neue Musik sind die Genres, in der die Drehleier gespielt wird.

Die Glasharmonika

Die Glasharmonika wurde im Jahr 1761 von Benjamin Franklin entwickelt und ist ein Reibe-Idiophon, das aus unterschiedlichen, ineinander geschobenen Glasglocken besteht. Sie lagern auf einer gemeinsamen, waagerechten Achse und können durch ein Pedal in Rotation versetzt werden.

Der Ton entsteht, wenn der Musiker die Ränder der Glocken mit angefeuchteten Fingern berührt. Die Glasharmonika ist chromatisch gestimmt und umfasst einen Tonumfang von vier Oktaven. Es gibt auch die Klavierharmonika, die über eine Tastatur verfügt, die die Gläser anstreicht. Das Euphon und der Clavicylinder sind Erfindungen des Physikers Ernst Florens Friedrich Chladni, die auf der Grundlage seiner akustischen Forschungen basieren. Sie funktionieren ähnlich wie das Prinzip der Vibraphonplatten. In der Mitte des Euphons ist ein Glasstab in ein Loch eingeklebt, der bei der Berührung von feuchten Fingern einen orgelähnlichen Ton erzeugt. Der Clavicylinder ist über eine Cembalotastatur spielbar, die mit einem Tastenhebel nach hinten verlängert ist. Dort befindet sich eine Klangplatte und die bei Tastendruck und Fußantrieb wird eine befeuchtete Glaslatte in Schwingung versetzt.  Die Glasharfe aus dem Jahr 1929 und das aus Blechen und Eisenstäben bestehende Crystal sind weitere Abwandlungen der Glasharmonika. Das Verrophon besteht aus Glasröhren, die senkrecht in einem Holzkorpus stehen. Die Länge der Röhren nimmt zum Bass hin zu und unterscheidet sich dadurch von der Glasharmonika, bei der der Durchmesser zum Bass hin zunimmt. Quarzglas ist das Material, aus denen der amerikanische Glasbläser Gerhard Finkenbeiner seit 1981 Harmoniken baut. Historische Vorläufer sind im 17. und 18. Jahrhundert gebaut worden. So wird auf Basis der Erfindungen von unterschiedlichen Musikern wie Christoph Willibald Gluck und Edward Delaval eine Uhrglockenspiel-ähnliche Konstruktion entwickelt. Der Tonumfang wird vom Kapellmeister Joseph Aloys Schmittbaur erweitert und kann nun von c bis f'' gespielt werden. Tiefe Emotionen werden dem Instrument nachgesagt und von Virtuosen wie  Johann Baptist Kucharz und Johann Gottlieb Naumann gefeiert. Für die Oper wird sie als Effektinstrument für dramaturgische Schlüsselszenen eingesetzt und auch Schriftsteller wie Johann Wolfgang von Goethe und E.T.A.Hoffmann beschreiben in ihren Werken den besonderen Klang der Glasharmonika. Seit 1830 geriet dieses Instrument in Vergessenheit, weil es teuer, aufwendig und für Orchesterstimmungen schwer zu intonieren ist. Doch Carl Orff ließ sich davon nicht abschrecken und nahm es ihm Jahr 1913 in seine Oper 'Gisei' auf. Auch in der Filmmusik wird die Glasharmonika gespielt. Die Glasschalen werden aus Kristallglas in Holzformen mundgeblasen. Der Klang wird durch die Wandstärke und Form des Glases beeinflusst. Dickere Wände erzielen höhere Frequenzen und haben mehr Nachhall, Klangkraft und Brillianz. Sie sprechen jedoch auch schwerer an. Schleift man die Schalen am oberen Rand, erhöht sich der Ton. Schleifen am unteren Rand gestaltet den Ton tiefer. Die Mensur muss besonders geplant werden, um die Schalen stimmen zu können. Achtstimmige Akkorde sind beispielsweise in 'Die Frau ohne Schatten' zu hören. Hier ist der Abstand der Glasschalen voneinander entscheidend, denn die Schalen dämpfen sich gegenseitig.

Die Maultrommel

Die Maultrommel besteht aus Eisen, ist acht cm lang und gehört zur Klassifikation der Zupfidiophon. Es ist eintönig und erzeugt variable Obertöne. Mit durchschlagender Zunge wird die Maultrommel durch die manuelle Anregung der elastischen Zunge gespielt. Durch die geöffneten Zahnreihen im Mundhohlraum des Spielers erklingt der Ton, dessen Prinzip ist auf der ganzen Welt verbreitet ist. Ändert man die Größe der Mundhöhle oder die Atmung, wird auch der Ton verändert. Obertöne können hörbar herausgehoben werden. In den letzten 200 Jahren hat sich die Maultrommel als Soloinstrument entwickelt. In der Volksmusik geriet sie aufgrund der Popularität der Mundharmonika in den Hintergrund. Durch verschiedene Anschlag- und Atemtechniken werden Obertöne erzeugt, die auf dem Grundton basieren. Dieser ist im Klangbild stets zu hören, sodass die Maultrommel zur Klasse der Borduninstrumente gehört. Die Mundharmonika verdrängte die Maultrommel um 1900. Es ist anzunehmen, dass die Maultrommel ihren Ursprung in Asien hat. Älteste Ausführungen aus Holz, nämlich Bambus, dienten als Baumaterial. Auch Bronze wurde in der gallisch-römischen Zeit vom fünften bis zum siebten Jahrhundert verwendet. Sie wird auch Brummeisen genannt und in der Barockzeit als Konzertinstrument gespielt. Ihre Bauform gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, sodass die Kategorisierung nicht ganz eindeutig ist. Zupf-Idiophone, aber auch Aerophone sind die Klassifikationen, zu denen die Maultrommel zählen kann. Je nach Region unterschiedet sich die Form des Bügels, doch ihre Funktion bleibt die Selbe. Man nimmt einen U-förmigen Rahmen in den Mund, zwischen dessen Schenkeln eine Blattfeder als Federzunge justiert ist. Mit dem Finger regt man diese Federzunge zum Schwingen an. Länge, Dicke, Härte und Form der Feder entscheiden über die Tonhöhe des Grundtons. Die Torsionsschwingung wird durch die Breite der Feder bestimmt. Der Obertongehalt wird besser, wenn der Abstand zwischen feder und Bügeln eng ist. Eisen, Bronze und Messing sind die Materialien, aus denen Maultrommeln hergestellt werden. Die aus Messing bestehende Rahmenmaultrommel wird in Vietnam gespielt und nicht gegen die Zähne, sondern gegen die Lippen gehalten. Auch in Norwegen, in der Slowakei, in Polen, Italien, Ungarn, Indonesien, Indien, Afghanistan und den USA werden Maultrommeln hergestellt. Zeichtentrickfilmmusik oder Effekte wie zum Beispiel das Sprunggeräusch Willis von 'Biene Maja', klassische und auch Volksmusik sind Verwendungen, in denen die Maultrommel gespielt wird. Besonders das Titellied der Sesamstraße ist charakteristisch für die Maultrommel. Auch Ennio Morricone, und The Who spielen dieses Instrument.In Österreich gibt es eine spezielle Spielweise, bei der mehrer Hauptstufen – also die Tonika, Dominante und Subdominante – eine Spielweise zum reinen Bordunspiel ermöglicht. Johann Georg Albrechtsberger schrieb als Lehrer Beethovens um 1765 sieben Konzerte für die Maultrommel und legte so den Grundstein für das immaterielle Kultureber in Österreich, zu dem das Maultrommelspiel seit 2012 gehört.

Die Vielfalt der Klänge

Die Meeresorgel

An der Uferpromenade von Zadar liegt die berühmte Meeresorgel. Sie ist aus einigen Reihen von Treppen gebaut, die ins Meer hinabführen und wirkt daher wie eine spezielle Küstenformation. Sie wurde 2005 nach Anleitung des Architekten Nikola Bašić gebaut. Er erhielt vom Sachverständigen für die Meereshydraulik namens Prof. Vladimir Andročec Unterstützung. Die  Ingenieurswissenschaftliche Fakultät in Zagreb leistete ebenfalls einen Beitrag. Die Rohre wurden von Goran Ježina aus Murter angefertigt und die bekannte Orgelbauerwerkstatt Heferer aus Zagreb entwickelte 35 Labien, die Pfeifen, für jedes einzelne Rohr. Die deren musikalische Stimmung übernahm Prof. Ivica Stamać aus Zagreb. Über siebzig Meter erstreckt sie sich senkrecht zur Küste und birgt 35 Rohre verschiedener Längen, Durchmesser und Neigungen unter sich. Die Labien stecken auf diesen Rohren und können sieben Akkorde aus fünf Tönen spielen. Durchbrochene Steinstufen oberhalb des Kanals wir der Ton als vom Meer gepresste Luft erzeugt. Menschliche Ideen und Techniken verbinden sich an diesem Ort mit der Energie des Meeres und seinen Wellen. Wasserstand, Flut, Ebbe – all diese natürlichen Parameter laden als Entspannungsort ein. So erhielt Nikola Bašić für das Projekt der Zadarer Meeresorgel 2006 den Europäischen Preis für einen städtischen öffentlichen Raum in Barcelona und setzte sich gegen 207 andere Projekte durch.

Das Gemüseorchester

Seit fünf Jahren gibt es das Wiener Gemüseorchester, das sich offiziell auch The Vegetable Orchestra nennt. Jürgen Berlakovich, Nikolaus Gansterer, Susanna Gartmayer, Barbara Kaiser, Matthias Meinharter, Jörg Piringer, Ernst Reitermaier, Richard Repey, Ingrid Schlögl, Ulrich Troyer, Tamara Wilhelm und Martina Winkler nutzen sämtliche Gemüsesorten als Instrumente. Zu Beginn wurden lange Rüben benutzt, dann folgte der Kürbis als Bassdrum, der Lauch als Geige und andere naturbelassene und spezifisch bearbeitete Sorten. Mit Messern, Fräsen und Bohrmaschinen werden sie bearbeitet. Karotten dienen als Mundstücke. Im Konzert werden die meist akustisch bearbeiteten Instrumente mit Mikrofonen und Pick-ups verstärkt und nach dem Konzert verkocht und gemeinsam mit dem Publikum gegessen. Die Tontechnik ist eine wahre Herausforderung, sodass Christina Bauer, Klaus Hallmann und Lutz Nerger als Tontechniker beschäftigt werden. Die CD-Produktionen Gemise (1999), Automate (2003) und  Onionoise (2010) gehören zu ihren Werken. Festivals wie das Sonár in Barcelona gehören seit der steigenden Popularität zu den Auftritten des Gemüseorchesters und auch Coverversionen von Kraftwerk und Radian gehören zum Programm. Eine Gemüseorgel ist das neue Forschungsprojekt und auch Hybridinstrumente sowie die audiovisuelle Entwicklung spielen eine signifikante Rolle.

Das Hydraulophon

Das Instrument wurde von Steve Mann erfunden und benannt. Es gleicht einem Holzblasinstrument. Als tonales akustisches Instrument ist das Hydraulophon im direkten physischen Kontakt mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten der hydraulisch beeinflussten Tonerzeugung ausgesetzt. Der Spieler berührt beim Spielen die Flüssigkeit, die dann den Ton erzeugt. Mit dem Hydraulophon kann man auch Flüssigkeitsbewegungen detektieren und messen. Wasserverbrauch, welche Toilette in einem Gebäude benutzt wird und auch die Vermittlung von Sinneseindrücken bei Sehbeeinträchtigten Personen sind weitere Funktionen des besonderen Instrumentes. Für die Musik wird der Wasserstrom durch bestimmte Löcher, Wellen oder Ventile mit den Fingern des Musikers blockiert. So gleich es einer Lochsirene. Blockiert ein Fingerloch den Fluss des Wasser, wird es umgeleitet. Kreisförmige Reihungen der Scheiben haben eine unterschiedliche Anzahl an Löchern für die Erzeugung verschiedener Töne. Auch schwingende Blättchen wie die einer Klarinette sind üblich. Manche gleichen einer Blockflöte. Bei Unterwasser-Hydrophonen dient eine elektrische Verstärkung zur Simulation von Effekten einer elektrischen Gitarre. Wie bei einer MIDI-Schnittstelle kann mit einem Computer ein Ton eines anderen Instrumentes dadurch erzeugt werden. Es gibt diatonische Hydraulophone mit zwölf Wasserstrahlen mit einem Tonumfang vom A bist über anderthalb Oktaven hin zum e. Wie bei einer chromatischen Mundharmonika ist es möglich, Akkorde in verschiedenen Tonhöhen zu spielen. Stahl-chromatische hHydraulophone in Parks oder Schwimmbädern besitzen ebenfalls zwölf Düsen, Konzert-Hydraulophone hingegen 45. Diese haben  einen Tonumfang von 3½ Oktaven von A bis E und sind ebenfalls chromatisch. Das As und das tiefste A kommen hinzu. So entsprechen 45 Düsen 45 Noten. Hersteller sind WhiteWater West in British Columbia, SCS Interactive in Ogden, Utah in den USA und FUNtain Corporation in Toronto, Ontario in Canada.

Die Klassifizierung nach Aristoteles

Die Klassifizierung der Hydraulophone erfolgt nach Aristoteles' Elementen. Wasserflöten sind Hydraulophone ohne Blättchen, Einzel-Blättchen-Hydraulophone besitzen dem Namen nach ein Blättchen pro Fingerloch. Es folgen  Doppel-Blättchen-Hydraulophone mit zwei Blättchen pro Fingerloch und Poly-Blättchen-Hydraulophone mit mehr als zwei Blättchen pro Fingerloch. Gaiaphone sind Instrumente, dessen Ton durch Materie in ihrem festen Aggregatzustand  entsteht. Ein Beispiel ist das Piano. Bei Chordophonen wird der Ton durch feste Substanzen produziert, deren Querschnitt wesentlich kleiner ist als ihre Länge. Zu ihnen gehören die Violine, Gitarre und der E-Bass. Membranophone sind Trommeln, weil bei ihnen die Oberfläche dünner als die Ausdehnung ist. Idiophone erzeugen durch einen dreidimensionalen, festen Gegenstand einen Ton. Kristallophon, Glasharmonika, Xylophon, Metallophon und viele weitere Instrumente gehören zu dieser Gruppe. Aerophone leiten sich vom Begriff Luft und Gas ab und lassen ihren Ton durch Materie in ihrem gasförmigen Aggregatzustand entstehen. Holzblas- und Blechblasinstrumente sind Beispiele.  Plasmaphone oder auch Ionophone erzeugen durch Materie, dem Plasma, einen Ton in hochenergetischem Aggregatzustand. Quintephon leitet sich von Quintessenz und Gedanken ab und erzeugt einen Ton auf informationstechnischer Basis mit der gedanklichen Beeinflussung von Geräten wie beispielsweise Computern, die zwischengeschaltet werden. So ist zu erkennen, dass die Klassifizierung nach der umgebenen Materie stattfindet, denn sie beeinflusst den Klang. Festkörper-, Flüssigkeits- und Gas-Instrumente sind also die Gruppe.

Das Theremin

Das Theremin wurde 1920 von dem Russen Lew Termen erfunden und ist ein elektronisches Musikinstrument. Das Telharmonium aus den 1890er ist sein Vorläufer. Der Instrumentenbauer Robert Moog baute Theremine in seiner Jugend und entwickelte sie für seine ersten Synthesizer weiter. Seine Besonderheit ist, dass es ohne Berührung einen Ton erzeugt. Die elektrische Kapazität eines menschlichen Körpers beeinflusst ein elektromagnetisches Feld.  Die Hände des Musikers steuern durch ihre Position die Stärke der Tonveränderung über zwei Elektroden, die Antennen. Ein Lautstärker verstärkt das Tonsignal. Eine Hand verändert die Tonhöhe, die andere die Lautstärke des Tonsignals. So muss der Musiker sich allein auf sein Gehör verlassen. Etwa 40 bis 50 Zentimeter um die Antenne herum ist der Einflussbereich, sodass auch Arme und Körper des Spielers den Ton beeinflussen können. Ein Glissando und Vibrati sind dadurch möglich und es besteht keine Beschränkung auf Tonleitern. Clara Rockmores und Lydia Kavinas spezielle Fingertechnik ermöglichte ein glissandofreies Spielen. Die Position der Finger verändert sich, Hand und Arm nicht. Möchte man die Klangfarbe verändern, dient die Justierung unterschiedlicher Knöpfe diesem Zweck. So arbeiten Theremine als kapazitive Abstandssensoren. Der Spieler ist durch seine Masse geerdet und verändert über die Elektrode einen LC-Schwingkreis eines Oszillators. Frequenz, Dämpfung und der Anteil des Schwingungskreises werden durch seine Hände beeinflusst. In neuer Musik, Science-Fiction-Filmen und auch experimenteller Popmusik kommt das Theremin zum Einsatz, bleibt aber ein Nischen-Instrument. Sein außergewöhnlicher Klang ähnelt einem Klagenden Weinen und eignet sich daher für bedrohliche Szenen ebenso wie für komische Effekte.

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