Besondere Tonleitern und Akkorde

Akkorde und Tonleiter Keyvisual

Die Vielfalt der musikalischen Möglichkeiten lässt sich unter anderem durch bestimmte Tonleitern und Akkordbildungen erreichen. Ein Akkord ist in der Musik das gleichzeitige Erklingen unterschiedlicher Töne, die sich harmonisch deuten lassen. Eine Tonleiter oder (Ton-)Skala ist in der Musik eine Reihe von der Tonhöhe nach geordneten Tönen, Hier werden einige wichtige Akkorde und Tonleitern vorgestellt.

Tonleitern

Die Heptatonik

Die Heptatonik heißt aus dem Griechischen übersetzt Siebentönigkeit und beschreibt die gängige Tonleiter, die aus sieben unterschiedlichen Tönen besteht. In der abendländischen tonalen Musik sind alle verwendeten diatonischen Tonleitern wie die Dur- und Moll-Tonleitern heptatonisch.

Die Pentatonik

Die Pentatonik verwendet in ihrer Tonleiter lediglich fünf Töne und konzentriert sich auf verschiedene Fünftonskalen. Die Ganztonpentatonik bezeichnet jene Tonleier, bei der fünf Töne im Abstand von einer reinen Quinte übereinander gebildet werden. Es gibt keine Leittöne. Die vierte und siebte Stufe der Dur-Tonleiter fehlen. Ostasiatische Musik bedient sich der Pentatonik, doch auch Rockmusik und einfache Kinderlieder werden aus dieser Tonleiter gebaut. In der Jazzmusik, in Improvisationen und auch in der klassischen Musik findet man die Pentatonik ebenfalls wieder. Die Hemiotonische Pentatonik wird auch diotonisch genannt und verwendet in den Isländischen Zwiegesängen mit dem Beispiel e, f, a, h, c Halbtonschritte.

Die Chromatische Tonleiter

Die chromatische Tonleiter spielt alle Töne, die es gibt. Die Abstände haben also alle eine kleine Sekunde. In der C-Dur-Tonleiter wird in der Aufwärtsbewegung jeweils ein Kreuz vor die Töne gesetzt. Beim Wechsel von E zu F und H zu C bleiben sie jedoch aus. In der Abwärtsbewegung gilt die selbe Regel mit B-Vorzeichen In anderen Tonarten sind Vorzeichen und Auflösungszeichen zu beachten, um diese Regel erfüllen zu können.

Die Kirchentonleiter

Eine weitere spezielle Tonleiter ist die Kirchentonleiter. Sie wurde häufig vom frühen Mittelalter bis zum 16. Jahrhundert gespielt und wirkte sich auch auf die folgenden zwei Jahrhunderte aus. Von den Griechen wurde die Tonreihe übernommen und beginnt beim großen A. Die Modi werden Dorisch, Hypodorisch, Phrygisch, Hypophrygisch, Lydisch, Hypolydisch, Mixolydisch, Hypomixolydisch, Ionisch, Hypoionisch und Lokrisch genannt. Dur, Moll, Moll, Dur, Du, Moll, Moll ist die dementsprechende Reihenfolge dieser Skalen des Tonsystems. Der Zielton, also der Finalis, der Hauptton namens Repercussa oder Ténor und der Umfang – der Ambitus – sind ausschlaggebend für die Melodie und unterscheiden sich von heutigen Dur-Moll-System.

Die Zigeunertonleiter

Die Zigeunertonleiter ist durch zwei übermäßige Sekundschritte gekennzeichnet und wird in der Musik der Roma und Sinti verwendet. Es gibt Zigeuner-Dur und Zigeuner-Moll. Franz Liszt machte diese Tonleiter berühmt. Die Moll-Tonleiter wird auch ungarische Tonleiter genannt. Die vierte Stufe ist erhöht, sodass ein zweiter Hitaus entsteht, also eine zweite Sekunde. Das 'Schicksalsmotiv' in Georges Bizets Oper 'Carmen' ist ein Beispiel für die Verwendung von Zigeuner-Dur und -Moll. Die Dur-Tonleiter wird auch arabische Tonleiter genannt und ist heptatonisch. Sie ist eine Durterz und symmetrisch aufgebaut. Die siebte Stufe ist um einen Halbton erhöht, sodass ein Leitton entsteht. Wenn die zweite und die sechste Stufe der Dur-Tonleiter um einen Halbton vermindert werden, entsteht der selbe Effekt.

Die Blues-Tonleiter

Die Blue-Notes sind charakteristisch für die Blues-Tonleiter. Zwischen der großen und der kleinen Terz dieser Tonleiter und der verminderten Quinte liegen diese Noten. Sie werden auf die pentatonische Tonleiter aus Afrika zurückgeführt, die sich stark an der Naturtonreihe orientiert. So kann auf der Gitarre die Saite gezogen werden und der Sänger seine Stimme intonieren. Die bluestypische Mundharmonika kann durch Bending uns speziellen Spieltechniken des Blasens und Ziehens denselben Effekt erreichen.

Akkorde

Der Septakkord

Der Septakkord ist der Dominantseptakkord und besteht aus einem Dur-Dreiklang und einer aufgesetzten kleinen Terz. Er drängt zur Auflösung im Tonika-Dreiklang. So ist die Schreibweise für den Septakkord von A-Dur: A7. Der Septakkord in der Molltonleiter kann nur in einer harmonischen Moll-Tonleiter entstehen, weil der Leitton zur Tonika hin auflösen muss.

Der SUS-Akkord

Suspended bedeutet im Englischen 'außer Kraft gesetzt' und zeigt, dass bei Sus-Akkorden die Terztöne nicht existieren. SUS4 und SUS2 sind die beiden Akkorde, bei denen die Terz durch eine reine Quarte ersetzt wird, beispielsweise Csus4. Es werden C, F und G gespielt. Bei Csus2 werden die Töne C, D und G gespielt. Die Zahlen stehen für die Intervalle, also die reine Quarte und große Sekunde und die große Sekunde und die reine Quarte. Weil sie eigenständige Akkorde sind, hängen sie nicht mit den Dur- und Moll-Tonleitern zusammen.

Der Septakkord

Zu den Vierklängen gehört auch der Septakkord. Dem gängigen aus Terzen aufgebauten Akkord wird eine weitere Terz hinzugefügt, sodass die Septime gespielt wird. Der Dominantseptakkord ist ein Dur-Akkord und fügt in C-Dur die kleine Septime an, sodass er C7 heißt. Der große Sepakkord fügt in der Dur-Tonart die große Septime an und heißt Cmaj7. Cm7 heißt der Mollseptakkord mit kleiner Septime, Cmmaj7 heißt der Mollseptakkord mit großer Septime. Ein halbverminderter Septakkord hat wiederum die kleine Septime und schreibt sich Cm7b5, ein verminderter Septakkord hat einen verminderten Dreiklang. Er schreibt sich Cdim7. Möchte man einen übermäßigten Septakkord spielen, ist der Dreiklang übermäßigt und schreibt sich mit der großen Septime Caug7.

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